Tag 2 im Tagebuch

Tag 2 im Tagebuch

8. August 2018 0 Von susanne

08.00 Uhr
Ok, LEBEN, Du stellst mich also auf die Probe, ob ich das, was ich so lehre und von mir gebe, auch für annehme? Zum Glück hast Du mich schon gut trainiert mit Krisensituationen umzugehen. Darf ich auch an dieser wachsen? Ich nehme die Herausforderung an und werde es versuchen und bitte mach es trotzdem sanft. Für den jetzigen Zeitpunkt reicht es erst mal. Das meine ich in Bezug auf das CT nachher.

11.00 Uhr

Ok, es geht los… Kontrastmittel trinken. Gott sei Dank nicht so furchtbar, wie das Abführmittel gestern.

Wenn heute hier wirklich was gefunden wird, dann weiß ich auch nicht, wie ich mich verhalten und entscheiden sollte. Wie sich mit einem Mal die Prioritäten verschieben, ist schon erstaunlich.  Heute habe ich frei und es geht mir richtig gut dabei. Und das in einer Zeit, wo ich eigentlich nicht wusste, wo mir der Kopf steht.

Diese unnötige Frage: „Warum ich?“ Ich habe keine einschlägigen Risikofaktoren, bin zu jung und trinke viel grünen Tee. Sicher, ich könnte mich mehr bewegen und bei der Ernährung geht es auch immer noch besser. Vielleicht sollte ich als erstes fasten. Vertraue Deinen eigenen Worten. „Wenn ich mal einen Krebs bekommen sollte, würde ich als erstes fasten.“

Simone in der Praxis habe ich es heute erzählt.  Ich möchte es nur denjenigen sagen, die mich unterstützen können. Wie soll ich es bloß den Mädchen erzählen? Das ist für mich noch die schlimmste Vorstellung. Und natürlich meinen Eltern. Meine Mutter wartet ja selbst auch noch auf den Befund ihres Brustknoten.

12.00 Uhr

Ich trinke und trinke. Bisschen mulmig wird mir schon davon. Kann aber auch die Hitze sein. Noch eine halbe Stunde bis zur Untersuchung. 

Es gibt Momente, da kullern einfach die Tränen. Ist es Angst, Selbstmitleid oder die Frage nach Schuld ? Hätte ich doch den Stuhltest vor 1 ½ Jahren gemacht… Wäre ich doch regelmäßiger zum Frauenarzt gegangen. Zum Glück kann ich mich aus diesen Gedanken ziemlich schnell wieder rausholen

 Das ist Energieverschwendung. Dann hören die Tränen auch schon wieder auf und ich bin im JETZT.

12.37 Uhr

Bin durch…warte auf das Ergebnis. Ging alles sehr schnell und nun bin ich voller Kontrastmittel. Nach dem Befund gestern rechne ich nun eigentlich mit allem. Insofern kann es nur besser werden.

12.50 Uhr

Keine Metastasen…Puh…das ist ja die gute Nachricht in der schlechten und die setzt gerade unglaublich viel Energie in mir frei.  Auf geht’s…das schaffen wir schon.