Dankbarkeit als Weg zur Heilung

Dankbarkeit als Weg zur Heilung

8. Februar 2019 9 Von susanne

Seit einer Woche bin ich nun nach 4 Wochen Klinik wieder zu Hause.
Dafür bin ich sehr dankbar, weil es Momente gab, in denen ich dachte, da komme ich nicht mehr raus.
Bis ich für die gesamte, sehr intensive Erfahrung dankbar sein kann, wird es wohl noch einige Zeit brauchen, da dieser Schock, dieses Erschrecken, dieser Schmerz mir noch zu sehr in den Knochen steckt.
Für mich war es meine bisher herausforderndste Erfahrung meines Lebens.
Es gab den Moment des Sterbens in einer Nacht, die für mich die schlimmste und zugleich eine sehr erlösende Erfahrung war. Aber noch war ich nicht dran…. noch bin ich hier. 🙂

Schwäche, Schmerz, Anspannung und Zweifel haben auch in meinem ganzen System Spuren hinterlassen. Diese gilt es, langsam und behutsam wieder aus dem System zu entlassen, umzuwandeln und zu heilen. Entspannung ist Medizin! Das es geht, dessen bin ich mir bewusst und gebe mir auch die Zeit dazu. Danke an Hugo, der mich sanft und beständig immer wieder daran erinnert.

Und ich bekomme unendlich Unterstützung aus dem Universum und von Euch. All die vielen guten Gedanken, die geschriebenen Worte, die kleinen Aufmerksamkeiten und die stille Begleitung. Auch dafür bin ich unglaublich dankbar.

Ich bin dankbar für all die liebevollen Menschen, die mich im Krankenhaus umsorgt, behandelt, beruhigt und getröstet haben. Das ganze Team der chirurgischen Station ist großartig und wundervoll. Dank auch an alle befreundeten Kollegen, die mich besucht und unterstützt haben.

Jeden Tag ging es dann ein bisschen besser, abgesehen von den kleinen Katastrophen zwischendurch :-). Die morgendliche Dusche war mir eine Riesenfreude, warmes Wasser über den schmerzenden Rücken laufen zu lassen. Mahlzeiten dann am Tisch, wobei das Sitzen durch die Endovac-Therapie immer problematisch war. Erst Spaziergänge auf dem Flur, dann durchs Haus mit Treppen und schließlich Spaziergänge im Klinikpark. Schlafen blieb während der ganzen Zeit in der Klinik schwierig. Hier zu Hause wird es jetzt wieder besser.

Auch mit dem Stoma (künstlichen Darmausgang) haben wir uns eingespielt. Durch die noch benachbart liegende Drainage (Schlauch im Bauch) ist die Versorgung des Stomas etwas problematisch und wird auch immer mal wieder undicht. Zu Hause habe ich jetzt die Unterstützung einer Stoma-Schwester, die mir noch ein paar gute Tipps geben konnte. Und letztlich soll dieser künstliche Darmausgang ja später (Sommer?) wieder zurückverlegt werden.

Nächste Woche gehe ich wieder für ein paar Tage in die Klinik zur Kontrolle der Naht im Enddarm (Rektoskopie) und vielleicht zur Entfernung der Drainage. Danach wird wohl noch mal für ein Vierteljahr Chemotherapie anstehen, da im entfernten Tumorgewebe auch Lymphknoten befallen waren.

Gestern habe ich mit dem Qigong wieder angefangen und es ging erstaunlich gut.

Ja, nachdem ich im letzten Jahr wirklich mit allen Mitteln 🙂 versucht habe, die Operation zu umgehen, habe ich jetzt doch das „volle Programm“ mitgenommen. (Das so positive 🙂 MRT damals im Oktober müssen wir wohl unter der Kategorie „falsch negativ“ verbuchen.)
Wofür es gut ist, wird sich noch herausstellen… 🙂

Jetzt bleiben wir dabei und setzen einen Fuß vor den nächsten, Schritt für Schritt.
Mit Geduld, Güte, Dankbarkeit und Achtsamkeit. Und manchmal stellt sich schon Glück ein. 🙂

„Dankbarkeit ist das Gefühl des Staunens, des Dankbar-Seins und der Feier des Lebens“ (Robert Emmons) Unabhängig davon, ob wir einem Menschen dankbar sind, dem Schicksal oder einer höheren Macht, ist die Wirkung positiv.

Carpe diem!